Eine angenehme Nacht, ein klarer Himmel – eigentlich genau die Art von Abend, an dem früher mein Teleskop längst draußen gestanden hätte. Damals hätte ich wahrscheinlich schon voller Vorfreude auf die Dunkelheit gewartet. Aber die Zeiten ändern sich bekanntlich. Arbeit, Haushalt und Alltag schieben sich oft zwischen einen selbst und den Nachthimmel. Umso schöner war es, dass ich an diesem 12. August zum Maximum der Perseiden einen Moment fand, im einfach draußen zu sitzen, nach oben zu schauen und Sternschnuppen zu zählen.
Die Perseiden sind ein bekannter Meteorstrom und gehört zu den schönsten wiederkehrenden Himmelsereignissen des Sommers. Auch wenn die Bedingungen nicht perfekt waren, wollte ich mir wenigstens einen kurzen Blick gönnen – frei nach dem Motto: besser 15 Minuten Perseiden als gar keine. Astronomische Schadensbegrenzung, gewissermaßen.
Ganz ungestört war der Blick in den Himmel allerdings nicht. Neben den Sternen zogen etliche Flugzeuge ihre Bahnen, Satelliten glitten lautlos über das Firmament und sogar einige Iridium-Flares blitzten auf. Zwischen all diesen künstlichen Lichtspuren zeigten sich dann aber tatsächlich drei Meteore.
Zwei der Sternschnuppen zogen von der Gegend um Vega aus quer über den Himmel in Richtung Jungfrau. Eine weitere kam aus der Richtung des Sternbilds Drache und flog ebenfalls durch die Jungfrau. Ob alle drei eindeutig den Perseiden zuzuordnen waren, lässt sich bei einer so kurzen Beobachtung natürlich nicht sicher sagen. Aber zur Zeit des Perseidenmaximums ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass zumindest ein Teil dieser Meteore zu diesem Meteorstrom gehörte.
Die Sichtbedingungen waren insgesamt eher durchschnittlich. In der Ferne näherte sich ein Gewitter mit Wetterleuchten. Dazu kam feuchte Luft, die das Licht der Umgebung stark streute. Dadurch bildete sich eine deutliche Lichtglocke, die den Himmel sichtbar aufhellte und schwächere Sterne verschluckte.
Eigentlich wäre ich gern noch die ganze Nacht dort sitzen geblieben – einfach nur schauen, warten, lauschen und den Himmel über mir wirken lassen. Gerade bei den Perseiden hat dieses geduldige Warten etwas Besonderes: Man weiß nie, ob in der nächsten Sekunde nur ein Flugzeug blinkt oder ob plötzlich eine echte Sternschnuppe über den Himmel huscht.
Aber irgendwann gewinnt dann doch der Alltag. Oder in diesem Fall: das Bett.